Lesung

Bildung als Schlüssel zur Integration
Lesung mit Brüdern Sadinam stößt auf sehr großes Interesse / SI-Club unterstützt mit Erlös Café CoeSIma


Haben Besonderes zu erzählen: Mojtaba (l.) und Masoud Sadinam, die von Asylsuchenden zu Elite-Studenten wurden.

COESFELD (ude). Eigentlich,sagt Mojtaba Sadinam bei der Begrüßung, eigentlich hätten sie Coesfeld nicht in so guter Erinnerung. Als er und sein Bruder Masoud vor einigen Jahren einmal hier waren, seien ihnen Passanten fremdenfeindlich begegnet. „Umso schöner ist der Empfang heute Abend“, freut sich Mojtaba Sadinam. Das Forum der Kolping-Bildungsstätte platzt aus allen Nähten bei der Lesung, zu der die Soroptimistinnen (SI-Club Coesfeld) eingeladen haben. Es geht um Migration und Integration und um die „deutsche Geschichte“ der drei Brüder Sadinam aus dem Iran, die gegen viele Widerstände und mit bemerkenswerter Unterstützung durch ihre Mutter von Asylsuchenden aus Teheran zu Vorzeigemigranten, Elite-Studenten und begehrten Interview-Partnern und Talkshow-Gästen geworden sind. Zu dritt haben sie ihr Buch „Unerwünscht“ geschrieben. Neben Mojtaba ist sein Zwillingsbruder Masoud mit nach Coesfeld gekommen.
Dr. Tahereh Sprakel, die Präsidentin des SI-Clubs, die selbst in Teheran aufgewachsen ist, begrüßt ihre Landsleute in ihrer Muttersprache Farsi. „Migration und Integration sind zentrale Themen der inhaltlichen Arbeit in unserem Club“, erläutert sie und schlägt den Bogen zum Café CoeSIma, einem Weiterbildungsangebot für Migrantinnen, das der Club in Kooperation mit der Volkshochschule durchführt, begleitet und finanziert. Für dieses Projekt sind auch die Spenden das Abends bestimmt. „Spracherwerb, Bildung und Weiterbildung sind Schlüssel, damit Integration gelingt“, betont die Club-Präsidentin.
Das machen auch Mojtaba und Masoud in ihrer bei allem Ernst doch unterhaltsamen Lesung deutlich. Sie zeigen – zum Teil auch ausihrer damaligen Perspektive als Kinder – die menschliche und emotionale Seite der Flüchtlings- und Asylpolitik und beantworten mit großer Offenheit die vielen Fragen aus dem Publikum.
Mojtaba spricht sich für eine differenzierte Betrachtung „der Asylbewerber“ aus: „Diese Menschen sind nicht alle gleich“,spielt er auf verschiedene Kultur- und Bildungshintergründe an. Die Brüder erzählen von Menschen, die sie durch persönliches Engagement und manchmal auch durch eine großzügige Auslegung von Vorschriften gefördert hätten. Am Ende formuliert Masoud Sadinam die Überzeugung der Brüder: „Heimat ist für mich nicht ein Land, sondern es sind einzelne Menschen und Gruppen, in denen ich mich gern bewege.“
Zum Abschluss des Abends suchen die zwei das persönliche Gespräch mit den Zuhörern und signieren ihre Bücher am Stand der Buchhandlung Heuermann. Bei einem Glas Wein klingt der Abend aus – und bei persischem Tee.COESFELD (ude). Eigentlich,sagt Mojtaba Sadinam bei der Begrüßung, eigentlich hätten sie Coesfeld nicht in so guter Erinnerung. Als er und sein Bruder Masoud vor einigen Jahren einmal hier waren, seien ihnen Passanten fremdenfeindlich begegnet. „Umso schöner ist der Empfang heute Abend“, freut sich Mojtaba Sadinam. Das Forum der Kolping-Bildungsstätte platzt aus allen Nähten bei der Lesung, zu der die Soroptimistinnen (SI-Club Coesfeld) eingeladen haben. Es geht um Migration und Integration und um die „deutsche Geschichte“ der drei Brüder Sadinam aus dem Iran, die gegen viele Widerstände und mit bemerkenswerter Unterstützung durch ihre Mutter von Asylsuchenden aus Teheran zu Vorzeigemigranten, Elite-Studenten und begehrten Interview-Partnern und Talkshow-Gästen geworden sind. Zu dritt haben sie ihr Buch „Unerwünscht“ geschrieben. Neben Mojtaba ist sein Zwillingsbruder Masoud mit nach Coesfeld gekommen.
Dr. Tahereh Sprakel, die Präsidentin des SI-Clubs, die selbst in Teheran aufgewachsen ist, begrüßt ihre Landsleute in ihrer Muttersprache Farsi. „Migration und Integration sind zentrale Themen der inhaltlichen Arbeit in unserem Club“, erläutert sie und schlägt den Bogen zum Café CoeSIma, einem Weiterbildungsangebot für Migrantinnen, das der Club in Kooperation mit der Volkshochschule durchführt, begleitet und finanziert. Für dieses Projekt sind auch die Spenden das Abends bestimmt. „Spracherwerb, Bildung und Weiterbildung sind Schlüssel, damit Integration gelingt“, betont die Club-Präsidentin.
Das machen auch Mojtaba und Masoud in ihrer bei allem Ernst doch unterhaltsamen Lesung deutlich. Sie zeigen – zum Teil auch ausihrer damaligen Perspektive als Kinder – die menschliche und emotionale Seite der Flüchtlings- und Asylpolitik und beantworten mit großer Offenheit die vielen Fragen aus dem Publikum.
Mojtaba spricht sich für eine differenzierte Betrachtung „der Asylbewerber“ aus: „Diese Menschen sind nicht alle gleich“,spielt er auf verschiedene Kultur- und Bildungshintergründe an. Die Brüder erzählen von Menschen, die sie durch persönliches Engagement und manchmal auch durch eine großzügige Auslegung von Vorschriften gefördert hätten. Am Ende formuliert Masoud Sadinam die Überzeugung der Brüder: „Heimat ist für mich nicht ein Land, sondern es sind einzelne Menschen und Gruppen, in denen ich mich gern bewege.“
Zum Abschluss des Abends suchen die zwei das persönliche Gespräch mit den Zuhörern und signieren ihre Bücher am Stand der Buchhandlung Heuermann. Bei einem Glas Wein klingt der Abend aus – und bei persischem Tee.

Großes Interesse: Eng sitzen die Zuhörer im Forum und hören die ungewöhnliche Geschichte der Brüder Sadinam. Fotos: ude
Allg. Zeitung Coesfeld, 2. September 2014