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Asylsuchende Mütter in Not

Seit Dezember 2005 besuchen Clubschwestern des Clubs Coesfeld Flüchtlingsfrauen vor allem aus Schwarzafrika, die vom Auffanglager Schöppingen aus zur Entbindung ins Coesfelder St.-Vinzenz-Krankenhaus kommen. Diese Frauen haben oft traumatisierende Erfahrungen wie sexuelle Gewalt, Prostitution, Menschenhandel, Genitalverstümmelung etc. hinter sich und befinden sich fernab der Heimat in extremer Isolation, meist ohne seelische Unterstützung. Im Auffanglager Schöppingen, in das die Frauen mit ihren Babies zurückkehren, stellen sie einen Asylantrag und warten auf einen Transfer in eine Asylbewerberunterkunft in NRW. Irgendwann wird dann entschieden, ob sie in ihr Herkunftsland abgeschoben werden oder nicht.

Insgesamt haben wir in den letzten 12 Jahren weit über 300 Frauen besucht, mittlerweile auch aus osteuropäischen und asiatischen Ländern.  Durch unsere Besuche, bei denen wir den Wöchnerinnen z.B. eine warme Babydecke, Anziehsachen für das Neugeborene, Spielzeug oder Lotion für sie selber schenken, erfahren die jungen Mütter bedingungslose menschliche Zuwendung. Das ist im Rahmen des Gesamtsystems das Einzige, was wir für sie in Frauensolidarität persönlich tun können, auch wenn wir gerne mehr helfen würden. Darüber hinaus geben wir immer wieder Sachspenden (Kleidung, Flaschenwärmer, Spielzeug) auf der Sanitätsstation in Schöppingen ab und pflegen guten Kontakt zu dieser Einrichtung.

Im Jahr 2010 zeigten wir den mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Kinofilm „Meine Hölle Europa“ von Lukas Roegler im Rahmen der Coesfelder Frauen-Kulturwoche. Der Regisseur war anwesend und wir konnten in der Öffentlichkeit auf die Thematik „Menschenhandel“ aufmerksam machen. Von der Gruppe „Solwodi“ e.V., die vielfache Hilfe für Opfer von Menschenhandel anbietet, hatten wir einige Zeit zuvor eine Referentin zu Gast. Ebenfalls im Jahr 2010 führten wir in der Coesfelder Innenstadt eine Kinderwagen-Sammelaktion für das Auffanglager Schöppingen durch. Im Januar 2012 luden wir Dr. Helen Bömelburg („Stern“-Redakteurin) zu einem öffentlichen Vortrag zum Thema „Genitalverstümmelung“ ein.
2017 erfolgte wiederum eine Kinderwagen-Sammelaktion.

Unser Projekt hat uns selbst und vielen anderen Menschen die Augen geöffnet für weltweite Notsituationen von Frauen in öffentlich stark tabuisierten Bereichen.